Die Geschichte vom „Schwarzen Kater“ !

Am 12.04.1966 wurde die Fleischerei Gärtner zu einer Gaststätte umgebaut und Im März 1967 als Gaststätte „Zu den drei Musketieren“ eröffnet. Den Namen bekam die Gaststätte vom Firmenlogo der Wicküler Brauerei (drei Musketiere mit gekreuzten Degen). Der erste Pächter gab nach wenigen Monaten auf. Ein gewisser Helmut übernahm die Gaststätte und benannte diese um zum „Schwarzen Kater“ ! Auch er harrte nur wenige Monate aus und gab auf. Familie Gonschior betrieb dann fast drei Jahre das Geschäft, bis ich dann am 16.07.1970 von ihnen den „Schwarzen Kater“ übernahm. Bis zum 31.01.1995 verkaufte ich Wicküler Pilsener. Ab dem 01.02.1995 übernahm die Einbecker Brauhaus AG die Bierlieferung. Seitdem verkaufe ich

Einbecker Brauherren Premium Pils“ vom Faß, „Einbecker Brauherren Alkoholfrei“ und „Einbecker Brauherren Diät Pils“ aus Flaschen.

Für die gutbürgerliche Küche ist meine Frau Danka zuständig. Ihre Schnitzel und das hausgemachte Sauerfleisch mit Bratkartoffeln sowie die Curry-Wurst mit Pommes Frites sind der Renner.Sonstige Speisen und Getränke könnt Ihr der Speisekarte entnehmen !

Der Kater lässt das Zapfen nicht

Seit über 40 Jahren betreibt Jürgen Buchheister eine der letzten Eckkneipen Braunschweigs. „Der schwarze Kater“ ist ein typisches Eintracht-Fanlokal.

Von Dirk Breyvogel

Als Jürgen Buchheister (67) sich entschließt, Wirt zu werden, ist Willy Brandt Kanzler, in Vietnam Krieg und die Deutsche Meisterschaft der Eintracht noch in bester Erinnerung. 1970 eröffnet er die Gaststätte „Schwarzer Kater“, eine der letzten echten Eckkneipen Braunschweigs. Ein bisschen stehen geblieben in der Zeit, meinen die einen. Zeitlos schön, sagen die anderen.

Dienstagmittag beginnt für Buchheister – Pardon, wir bleiben in der Folge beim beliebten Kneipenruf „Jürgen“ – die Vorbereitungen auf sein perfektes Wochenende. Das Bier wird geliefert, die Fässer über eine Luke im Bürgersteig heruntergelassen und im Bierkeller gelagert. Das ist jeden Dienstag so.

Mittwoch ist Metrotag, jeden Mittwoch. Auf Jürgens Einkaufszettel stehen heute Grundnahrungsmittel, die der Kater täglich benötigt. „Was immer gekauft wird, sind Curry- und Bockwürste, Schnitzelfleisch, Nackensteak und ein wenig Fisch.“ Am heutigen Tag kommen drei Kilo Winterkabeljau in den Einkaufswagen. „Und pack noch Eis drauf“, ruft Jürgen dem Mann hinter der Fischtheke zu.

Ein paar Meter weiter wuchtet der Mann, dessen Markenzeichen die schwarze Lederweste ist, zehn Kilo Tiefkühlpommes auf den Einkaufswagen. „Das geht in einer Woche weg“, sagt er. Er braucht nicht viel, hatte Jürgen im Auto auf dem Weg gesagt.

Der Einkauf dauert eine gute halbe Stunde, Jürgens Laufwege richten sich nach seinem Einkaufszettel – und daran, was seine Gäste ihm für ein paar Sonderwünsche auf den Weg mitgegeben haben. Heute auf dem Zettel: Edler Wodka. „Den Grauen“ nennt Jürgen die Marke, die 40 Euro kostet. „Der VW-Peter braucht den für seine Schwiegereltern. Er hat zwar geschluckt, als ich sagte, was der kostet. Aber das muss er schließlich selber wissen, was die Schwiegereltern ihm wert sind“, sagt er und lacht.

Unter der Woche begrüßt der Kater in der Regel immer die gleichen Gäste. Früher, erzählt der Wirt und meint die 80er Jahre, wäre seine Kneipe Anlaufstelle für die in Braunschweig stationierten britischen Soldaten gewesen. Ganz in der Nähe am Altewiekring, einen Katzensprung entfernt, waren sie untergebracht.

Neben Stammgästen kommen heute immer mehr Fußball-Fans in die Kneipe. Die ist tapeziert mit Fan-Schals. „Ich schätze, es sind rund 70“, sagt Jürgen, der immer wieder gern zum Besten gibt, wie alles mit dieser Sammelleidenschaft anfing. Mit einem Hoffenheim-Schal und einem Lastwagenfahrer aus Karlsruhe, der, zufällig bei Jürgen gestrandet, als er den Schal erblickte, entsetzt stammelte: „Das ist eine Sünde – wenn ich das nächste Mal in der Region bin, bringe ich Dir einen vom KSC mit und häng den hier auf.“ Gesagt, getan.

Das blau-gelbe Fan-Utensil darf da natürlich nicht fehlen. Jürgen hat aus dem zwischenzeitlichen sportlichen Niedergang der Eintracht das Beste gemacht. Er zeigt Fußball satt. 1. Liga, 2. Liga – und alle Europokalspiele unter der Woche. Alles unter dem Motto: Leben und leben lassen. „Hier wird keiner ausgegrenzt, nur weil er einen Verein mag, den andere nicht mögen. Das ist immer mein Gebot gewesen.“ Die, die das nicht befolgt haben, wurden verwarnt. Wer weiter verbal herumholzte, flog vom Platz beziehungsweise aus der Kneipe.

Wann für Jürgen und seine Frau Danka, die in der Küche das Sagen hat, am Wochenende ein Großkampftag ansteht, entscheidet derzeit der Spielplan der 2. Fußball-Bundesliga. Die Bedeutung der Eintracht spiegelt sich auch in einem Aushang am Kater wider: „Falls Eintracht spielt, geänderte Öffnungszeiten“, ist dort für jedermann deutlich zu lesen.

Heute ist es der Sonnabend. Mittags um 12.30 Uhr ist der Raum voll. Nur ein paar Schemel sind noch zu bekommen. Fahrräder vor der Kneipe deuten darauf hin, dass auch Studenten den Weg zu Jürgen gefunden haben.

Jürgen zapft im Akkord, Nils und Timo servieren. Sie helfen gerne, ziehen sich obligatorisch ebenfalls eine schwarze Lederjacke – von denen es angeblich zehn geben soll – über und legen los. „Heute nur große Biere im oberen Bereich“, schallt es durch den Raum. „Sonst renn ich mich ja tot“, lässt Nils die Begründung ebenso durchdringend folgen.

Die ersten Essensbestellungen sind längst auf dem Weg in die Küche. Schließlich will man nicht hungrig in die Partie gehen. Heute gegen Bochum. Grönemeyer – Currywurst. Die Auswahl fällt nicht schwer. An der Theke nimmt derweil Jürgen die Bestellung auf. „Hansi, ein Hefe? Manni, das Übliche? Jägi und Bier“, fragt er, nur um wenigstens gefragt zu haben. Er bekommt das Erwartete. Ein zustimmendes Nicken. „Bitt’ schööön“, sagt er, stellt das Gezapfte hin und macht die Striche auf dem Deckel.

Jürgen schaut in den Raum. Fröhliche, erwartungsvolle Gesichter blicken ihn an. Manche kauend, andere sich zuprostend, warten die Gäste, dass es losgeht. 13 Uhr. Anpfiff. Der Ball rollt. Jürgens letzte Hoffnung für diesen Tag. Drei Punkte für die Eintracht. Dann war das Wochenende wie so oft in dieser Saison perfekt.

via Der Kater lässt das Zapfen nicht | Region | Braunschweiger Zeitung.

 
Inhaber:
Jürgen Buchheister
Rosenstr. 9
38102 Braunschweig
Telefon: 0531/71439 , Fax: 0531/7018812 , Handy: 0172/8712029

Öffnungszeiten:
Montag bis Freitag: 16.00 Uhr - 01:00 Uhr
Samstag: 15.00 Uhr - 18.00 Uhr
Sonntag: 15.00 Uhr - 01.00 Uhr
Wenn Eintracht spielt, eine Stunde vor Anpfiff.


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